INTERVIEW

„Für den passenden Versicherungsschutz lernen wir ein Projekt mit all seinen Risiken kennen“

Wenn Großbauprojekte umgesetzt werden, sind verschiedene Parteien involviert. Im Schadenfall kann dies für den Bauherrn zu einem echten Problem werden. Wie eine Projektversicherung noch vor dem ersten Spatenstich für essenzielle Sicherheit sorgt, erzählt Dirk Berthold, zentraler Ansprechpartner für Multi-Risk-Versicherungen bei Funk.

Herr Berthold, Sie bewahren deutschlandweit viele Bauherren vor schlaflosen Nächten, denn Sie sichern Großbauprojekte umfassend ab. Was hat Sie in diesen Bereich gezogen?
Als ich 1999 bei Funk in Berlin anfing, wurden gerade die neuen Bundesbauten, wie der Reichstag und das Kanzleramt, aber auch der Potsdamer Platz fertiggestellt. Bei diesen Projekten habe ich die auftretenden Schadenfälle betreut und bin so immer mehr in die Thematik hineingewachsen. 

Ein Einstieg mit prominenten Bauten, die heute alle kennen.
Ja, und Projekte, die mich intensiv begleitet haben, weil die Anzahl der Schadenfälle nicht gering war. Aber auch darüber hinaus wurde das Thema der großen Bauprojekte für mich immer interessanter. Ich bin von der Schadenbearbeitung schrittweise dazu übergegangen, mich um den Vertrieb zu kümmern – und hier unsere Lösung Funk BauRisk-Versicherung anzubieten.  

Dirk Berthold

Dirk Berthold (52), Head of BauRisk Management, gehört seit 23 Jahren zu Funk. Der studierte Jurist hat im Familienunternehmen langjährig den Bereich Technische Versicherungen geleitet, bevor er in die Kundenberatung wechselte. Hier ist er seit 2015 zentraler Ansprechpartner für die Absicherung von Großbauprojekten und arbeitet von der Funk-Niederlassung Hannover aus. Der begeisterte Sportler ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Was genau ist die Funk BauRisk? Und für wen ist sie geeignet? 
Die Funk BauRisk-Versicherung ist unsere Multi-Risk-Projektversicherungs-Lösung für Großbauvorhaben – ob im Immobilienbereich oder bei Produktionsstätten. Die Versicherung deckt den Bedarf von Bauherren, die gesehen haben, dass ihre Auftragnehmer, besonders die Planer, regelmäßig nicht ausreichend versichert sind. Wenn wir von Bauprojekten mit einer Bausumme von über 100 Millionen Euro ausgehen, dann ist eine gute Absicherung essenziell für alle Bauherren. Viele Auftragnehmer oder auch Planer können selbst jedoch keine ausreichend hohe Absicherungssumme aufbringen. In diesem Fall schließt der Bauherr die Funk BauRisk-Versicherung ab. In dieser sind neben dem Bauherrn alle sonstigen am Bau Beteiligten mit ihren Risiken versichert. Die Prämien werden regelmäßig auf alle entsprechenden Auftragnehmer umgelegt.

Ist dieses Konzept der Projektversicherung neu?
Diese Art der Absicherung wurde zunächst nur bei einzelnen Großbauprojekten, besonders bei denen des Bundes oder auch im angloamerikanischen Raum, verwendet. Aber seit Anfang der 90-er Jahre hat sich diese Form inzwischen als Standard etabliert. Ich würde davon ausgehen, dass Großbauprojekte im klassischen Immobilienbau inzwischen sicherlich in 80 Prozent der Fälle mit einer Projektversicherung abgedeckt sind.

Was sind denn die Vorteile dieser einzigen Abdeckung?
Früher hat der Bauherr seine eigenen Risiken wie Bauleistung, Feuer, Bauherren-Haftpflicht und gegebenenfalls Terror versichert. Das Haftpflicht-Risiko ist regelmäßig so geregelt, dass die Baufirmen und Planer dem Bauherrn eine eigene Haftpflicht-Versicherung nachweisen. Was passiert jedoch bei einem großen Schadenfall? Dabei reden wir nicht von Schäden in Höhe von 10.000 Euro, sondern von wesentlich höheren Summen.

Der Bauherr kann in einer Projektversicherung
zusätzliche Risiken absichern, die es in einzelnen Abdeckungen der Auftragnehmer nicht gibt.

Können Sie ein konkretes Beispiel nennen? 
Angenommen, ein Tiefbauschaden entsteht, und der Schaden beläuft sich auf eine Million Euro. Das Nachbargebäude ist betroffen, der Architekt hat nicht korrekt geplant, und hinzu kommt auch noch ein Subunternehmer, der die Anker nicht richtig gesetzt hat. Dann sind viele Parteien beteiligt, die im Schadenfall mit ihren eigenen, verschiedenen Versicherern an einem Tisch zusammensitzen. Es ist dann sehr kompliziert, den Schadenfall aufzuarbeiten und eine gemeinsame Lösung zu finden. Denn zahlen möchte natürlich am liebsten keiner der Versicherer. 


Das klingt nach gegenseitigen Schuldzuweisungen und viel Zeitverlust.
Genau, und das kann für ganze Bauprojekte zum Verhängnis werden. Denn durch gerichtliche Beweisverfahren und die Schadenaufarbeitung steht der Bau meistens längere Zeit still und verzögert sich. Das kann auch zum Verlust von fest eingeplanten Mieteinnahmen führen. Im schlimmsten Fall werden Existenzen von kleineren oder mittleren Unternehmen bedroht. Die Funk BauRisk-Versicherung kann bei eindeutiger Sachlage diese Schadenprozesse deutlich abkürzen, da nur ein Versicherer und nur ein Sachverständiger involviert sind.

Der Begriff Multi-Risk-Versicherung hört sich beim ersten Hören nach einer hohen Ausgabe an. 
Das täuscht. Denn bei genauer Betrachtung wird klar: Ohne die Projektversicherung müssten sich alle am Bau Beteiligten einzeln gegen mögliche Schäden und alle Haftpflichtrisiken absichern und diesen Schutz entsprechend einkaufen. Da kann es für kleinere Unternehmen schwierig bis unmöglich werden, hohe Versicherungssummen abzudecken; sie müssen zusätzlichen Versicherungsschutz zu hohen Kosten einkaufen. Dies betrifft insbesondere Architekt*innen, deren Versicherungsschutz seit jeher sehr viel kostet – teilweise das 4- bis 5-Fache dessen, was andere Baubeteiligte zahlen. Diese Kosten werden im Angebot für den Bauherrn bereits eingerechnet. Werden diese Kosten für alle Parteien addiert, um die tatsächlichen Versicherungskosten für ein Projekt zu ermitteln, stellt man fest, dass die Kosten eine Projektversicherung fast identisch sind bzw. häufig sogar 15 – 20 % günstiger sind. Zusätzlicher Vorteil aus Sicht des Bauherrn ist es natürlich, dass der Versicherungsschutz aus einer Hand ist und die Möglichkeit besteht, zusätzliche Risiken abzusichern, die es in einzelnen Abdeckungen der Auftragnehmer nicht gibt.

Absicherung von Großbauprojekten

Mehr zur Funk BauRisk-Versicherung lesen Sie hier.

Zum Artikel

Welche Risiken gehören beispielsweise dazu?
Beispielsweise das Risiko der Betriebsunterbrechung. Angenommen, der Bau verzögert sich wegen eines Schadenfalls um ein Jahr, dann können wegfallende Mieteinnahmen mitversichert werden. Hier gibt es besonders im Bereich der Betriebsunterbrechung viele Möglichkeiten für den Bauherrn, sich individuell und passgenau abzusichern. Zusätzlich sind in der Projektversicherung regelmäßig viel höhere Versicherungssummen für alle am Bau Beteiligten möglich. Dadurch, dass alle Risiken in einem großen Vertrag zusammengefasst sind, kann der Versicherer mehr Risiken und höhere Versicherungssummen garantieren. So haben wir in der Funk BauRisk-Versicherung immer mindestens 10 Millionen Euro an Haftpflichtsummen für alle Beteiligten am Bau, für Großbauprojekte sogar mindestens 20 bis 25 Millionen Euro.

Funk organisiert die Schadenabwicklung, führt die Abrechnungsgespräche (...) und stellt mit allen am Bau Beteiligten einen Konsens her. Das sehe ich als sehr wichtige Dienstleistung an. “

Szenario: Ich führe ein privates Bauunternehmen und möchte ein Großbauprojekt starten. Wie genau kommen wir zusammen?
Am besten trifft man sich deutlich vor Baubeginn und spricht über das Projekt, denn Funk bietet eine ganzheitliche Leistung. Das bedeutet: Zunächst wollen wir das Projekt verstehen und dessen Risiken kennenlernen. Wir sichten den Markt und geben unsere Empfehlung für den passenden Versicherungsschutz ab. Darüber hinaus übernehmen wir auch die zeitlich angrenzende Schadenbearbeitung. Funk organisiert die Schadenabwicklung, führt die Abrechnungsgespräche – meist in einem Mediationsprozess – und stellt mit allen am Bau Beteiligten einen Konsens her. Das sehe ich als sehr wichtige Dienstleistung an, die über die bloße Bauzeit meist hinausgeht. Denn mit der Schlüsselübergabe ist unsere Dienstleistung nicht beendet. Der Kunde kann sich auch anschließend auf Funk verlassen. 

Dann steht der Kundenkontakt im Fokus?
Selbstverständlich, das macht sehr viel Spaß. Ich überzeuge gerne von allen Vorteilen der Dienstleistung der Funk Gruppe. Dabei den richtigen Ton zu treffen und unsere Leistungen transparent aufzuzeigen motiviert mich sehr. Vor der Coronapandemie bin ich meist jede Woche durch Deutschland und Österreich zu Kundenterminen gereist und habe das gern gemacht. Meine Kunden verlassen sich auf mich und meine Empfehlung – das gibt mir etwas zurück.

Und was gibt Ihnen im privaten Bereich etwas zurück?
Ich habe lange und begeistert Hockey gespielt, bin viele Jahre im Vorstand meines Sportvereins aktiv gewesen und habe Jugend-mannschaften trainiert. Sport ist für mich seit meiner Kindheit wichtig und verbindet mich mit meinen eigenen Kindern, die ich im Sport intensiv begleitet habe. Gerade die Arbeit als Vorstand im Sportverein braucht zwar Zeit und nimmt manchmal Kraft, aber schenkt auch ganz viel Freude.

Dirk Berthold

Head of BauRisk Management bei Funk

d.berthold@funk-gruppe.de


Sie möchten mehr über die Immobilienwirtschaft lesen ? Klicken Sie hier!

Baurisk 25
Bauprojekte smart absichern