BBT-NACHHALTIGKEITS-UMFRAGE

ESG-Kriterien in der Wohnungswirtschaft

Das Thema Nachhaltigkeit und die damit einhergehende Berücksichtigung von ESG-Kriterien werden in den kommenden Jahren, insbesondere in der Wohnungswirtschaft, eine noch wichtigere Rolle spielen.  Wie reagiert die Branche? Mit ihrer Umfrage erstellt die BBT ein Stimmungsbild.

Die BBT hat Ende des vergangenen Jahres eine Umfrage zum Thema „ESG-Kriterien in der Wohnungswirtschaft“ durchgeführt. Die ESG-Kriterien beschreiben die wesentlichen Verantwortungsbereiche nachhaltigen Handelns von Unternehmen. Dabei steht das „E“ für Environment (Umwelt) und bezieht sich auf Themengebiete wie Energieeffizienz und Umweltschutz. Das „S“ für Social (Soziales) berücksichtigt Themen wie Arbeitsbedingungen und soziales Engagement. Das „G“ für Governance (Unternehmensführung) steht für eine nachhaltige Unternehmensführung und beinhaltet Themen wie offene Kommunikation, Nachhaltigkeitsmanagement und Compliance.

Schwerpunkte der Umfrage

  • Welchen Stellenwert nehmen die ESG-Kriterien ein? 
  • Welche Herausforderungen werden bei der Umsetzung der Kriterien gesehen? 
  • Welche Maßnahmen wurden in den jeweiligen Unternehmen bereits umgesetzt oder geplant?
  • Welche Auswirkungen der ESG-Kriterien auf die Bereiche Portfolio-, Risiko-, Finanz- sowie Organisationsmanagement werden erwartet?
  • Zu welchen Themen besteht Beratungs- bzw. Unterstützungsbedarf? 

Ergebnisse der Umfrage

Anhand der Umfrageergebnisse wird deutlich, dass die ESG-Kriterien einen hohen Stellenwert in der Wohnungswirtschaft einnehmen. Insbesondere die für die Einhaltung der ESG-Kriterien notwendigen personellen und zeitlichen Ressourcen, das notwendige Know-how sowie die Gewährleistung einer ausreichenden Datenqualität werden als Herausforderungen wahrgenommen.

Zahlreiche ESG-spezifische Maßnahmen wurden bereits vollständig umgesetzt, befinden sich in der Umsetzung oder in Planung. So haben bspw. 26 % der Umfrageteilnehmer ihre Energieeinsparungsmaßnahmen vollständig abgeschlossen, 71 % ihre Digitalisierungsprojekte teilweise umgesetzt und 43 % die Implementierung eines Nachhaltigkeitsberichts geplant.

Im Bereich Portfoliomanagement sind insbesondere Maßnahmen zur Anpassung der Scoringmodelle geplant.

Die Einbindung der ESG-Kriterien in die jeweilige Unternehmensstrategie wird im Kontext des Risikomanagements als besonders wichtig empfunden.

Für rund 50 % der Umfrageteilnehmer ist es aktuell weniger wichtig oder unwichtig, dass ihr Finanzierungspartner ESG-Kriterien berücksichtigt. 

Die Mehrzahl der Befragten erwartet tendenziell, dass ESG-konforme Beleihungsobjekte künftig bei Finanzierungen bevorzugt werden. 

Nahezu die Hälfte der Umfrageteilnehmer möchte jedoch tendenziell keinen Mehraufwand für ESG-gerechte Finanzierungen betreiben. 

Die größten Auswirkungen auf die Geschäftsprozesse werden im Bereich Neubau/Sanierung erwartet. 

Die größte Steigerung bezüglich der Relevanz der Fachkompetenzen wird in den Bereichen Energiemanagement und Unternehmenskommunikation gesehen.

 Der größte Beratungs- und Unterstützungsbedarf besteht zur

  • Implementierung eines CO2-Monitorings, 
  • Implementierung eines Nachhaltigkeitsberichts,
  • Integration von ESG-Kriterien in das Risiko- und Portfoliomanagement

    sowie bei der Entwicklung eines Emissionsminderungskonzepts (Klimapfad).

Wir danken allen, die an der Umfrage teilgenommen und damit zu interessanten Ergebnissen beigetragen haben.

Die vollständigen Ergebnisse der Umfrage haben wir in unserem Webinar am 14.01.2022 vorgestellt. Das aufgezeichnete Webinar sowie die Ergebnispräsentation im PDF-Format können Sie jederzeit über unsere Homepage abrufen. Für Fragen rund um das Thema ESG stehen wir Ihnen sehr gern zur Verfügung.

Oliver Gehrke

BBT Seniorberater

oliver.gehrke@bbt-gmbh.net

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