ESG-TOOL

Digitalisierung als Chance für mehr Nachhaltigkeit 

Smarte Software aus einem energieeffizienten Rechenzentrum unterstützt die Immobilienwirtschaft und ihre Stakeholder bei der Reduktion von CO2-Emissionen.

Die Nachrichten spiegeln es täglich wider: Regionale Extremwetter, Waldbrände, schmelzende Gletscher und Polkappen sind die offensichtlichen Folgen des Klimawandels. Gehandelt werden muss jetzt. Das Ziel der Politik: EU-Klimaneutralität bis 2050. Gerade der Gebäudesektor als einer der großen Emittenten von Treibhausgasen hat die Chance, einen entscheidenden Beitrag in puncto Nachhaltigkeit zu leisten. In Deutschland sind die CO2-Emissionen des Sektors zwischen 1990 und 2020 bereits von 210 auf 120 Millionen Tonnen gesunken. Bis 2030 soll der Ausstoß weiter auf 67 Millionen Tonnen (Quelle: Bundesregierung) reduziert werden – eine große Aufgabe für die Immobilienwirtschaft. Die Digitalisierung kann hier einen entscheidenden Beitrag leisten. 


Energetische Sanierung

CO2-Reduktion kann durch weitere Investitionen in energetische Modernisierungen erreicht werden. Zu den möglichen Maßnahmen zählen die Dämmung der Gebäudehülle und des Dachs, der Einsatz von wärmegedämmten Fenstern und der Austausch der Heizung gegen moderne Anlagen, die idealerweise von erneuerbaren Energien gespeist werden. Doch nicht jede Maßnahme ist für jedes Gebäude gleich sinnvoll und hat den gewünschten Effekt auf die Klimabilanz. Um Immobilienunternehmen dabei zu unterstützen, die Investitionen so effizient und so strategisch wie möglich einzusetzen, bietet die Aareon Gruppe smarte Produkte für die Branche und investiert kontinuierlich in Forschung und Entwicklung.

Ein Beispiel hierfür ist die Software AiBATROS® der Aareon-Tochtergesellschaft CalCon Deutschland GmbH. Zunächst wird der energetische Ist-Zustand der Gebäude festgestellt – mithilfe eines vereinfachten Energiebedarfsverfahrens, bei dem sich Genauigkeit und Wirtschaftlichkeit im optimalen Verhältnis befinden. Zu erfassende Kenngrößen sind die wichtigsten geometrischen Größen der Gebäude sowie der Zustand der Gebäudebauteile, wie Fenster oder Fassade, und der Gebäudetechnik. Auf dieser Grundlage generieren Algorithmen einen Sanierungsplan, der zeigt, wo und mit welcher Größenordnung an Investitionen welche Emissionsreduktion erzielt werden kann.

AiBATROS® ermittelt anhand der Kennzahlen den baulichen/energetischen Gebäudezustand und zeigt sinnvolle Instandhaltungs-/Sanierungsmaßnahmen auf, inklusive Kostenschätzung und einer Prognose der weiteren Entwicklung.

Bewusste Energienutzung

Wie sehr energieeffiziente Maßnahmen wie Gebäudedämmung dann greifen, hängt signifikant vom Verhalten der Bewohner*innen bzw. Nutzer*innen ab, wenn noch keine automatische Steuerung eingerichtet ist. Wird die Heizung nicht bedarfsgerecht reguliert, wird falsch gelüftet oder werden viele nicht genutzte Elektrogeräte dauerhaft im Stand-by-Modus betrieben, kann sich der Gebäudebeitrag zur CO2-Reduktion nicht voll entfalten. Somit spielt die Sensibilisierung der Bewohner*innen bzw. Nutzer*innen des Gebäudes für ihren individuellen Energieverbrauch eine weitere wichtige Rolle. Darauf zielt auch die novellierte Heizkostenverordnung für Deutschland im Rahmen der Energieeffizienz-Richtlinie der EU (EED) ab. Mieter*innen sollen durch die monatliche Information über die Verbrauchswerte und deren Auswirkung auf die Nebenkosten zu einem sensibleren Umgang mit den Energiequellen bewegt werden. Dies lässt sich ideal über die Mieter-App bzw. das Mieterportal von Aareon realisieren. Im Optimalfall steuert ein auf künstlicher Intelligenz basierendes lernendes System mithilfe von Sensoren und Datenanalyse die Energienutzung im Gebäude.

Nachhaltigkeit im Unternehmen

In der Digitalisierung liegt somit großes Potenzial für die Immobilienwirtschaft – und das auch mit Blick auf das eigene Unternehmen. Vernetzt es sich über ein digitales Ökosystem, wie die Aareon Smart World, mit Kunden, Lieferanten und vielleicht sogar der Gebäudetechnik, lassen sich Arbeitsabläufe ressourcenschonender und wertschöpfender gestalten. Allein schon die Einsparung von Papier leistet einen wichtigen Beitrag für den Klimaschutz. Das ist aber nur ein Effekt von vielen. Ist Software als Service aus der Cloud webbasiert und ortsunabhängig nutzbar, wie zum Beispiel das ERP-System Aareon Wodis Yuneo, unterstützt dies eine hybride Arbeitswelt und flexible Arbeitsmodelle. Die Mitarbeitenden profitieren so von einer besseren Work-Life-Balance. Ein weiterer Pluspunkt: Weniger Berufspendeln führt zu CO2-Einsparungen. 


Energieeffizienz im Rechenzentrum

Bei der Nutzung von Software als Service aus einem Rechenzentrum ist dessen Energieeffizienz ein weiteres wichtiges Kriterium. Im Aareon Rechenzentrum in Mainz beispielsweise führen mehrere Maßnahmen zu einer hohen Energieeffizienz. Diese schlägt sich in einem sehr guten Wert der Power Usage Effectiveness (PUE) von 1.25 nieder. Denn je näher der PUE-Wert an 1 liegt, desto effizienter. Werte unter 1.3 gelten als ausgezeichnet. Durch das Design des Aareon Rechenzentrums mit Kaltgängen wird der Energieverbrauch für die Kühlung deutlich gesenkt. Die Leistung der Klimaanlage ist optimal auf die zu kühlende Menge der IT-Hardware abgestimmt. Zudem wird die zu kühlende Hardware durch Virtualisierung optimal ausgenutzt, was einen weiteren energieeinsparenden Effekt hat. Außerdem setzt Aareon die Abwärme des Rechenzentrums im Winter zur Gebäudeheizung ein und im Sommer zum Auffüllen des Geothermiespeichers. Bei der Energieversorgung des Mainzer Hauptsitzes nutzt Aareon ausschließlich Ökostrom.

Melitta Adzaip

CalCon Deutschland GmbH – ein Unternehmen der Aareon Gruppe

m.adzaip@calcon.de

Mario Werner

Direktor Group IT Services, Aareon Deutschland GmbH 

mario.werner@aareon.com

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Interview Dr. Anja Funk-Münchmeyer
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